Bouvier investiert!

Value & Price

Kategorie: Value Investoren

James Montier

In einem Gespräch mit einem Arbeitskollegen über Aktien und das Value-Investing erwähnte mein Kollege so beiläufig, dass er da mal so jemanden kannte, der ein Essay über die “Seven Sins of Fund Management” (“Die sieben Sünden des Fonds-Managements”) geschrieben hätte, das er mir gern einmal zukommen lassen könne, wenn er es noch fände. Er wusste den Namen des Autors nicht mehr, aber Google ist ja heute dein Freund und mit dem gegebenen Titel wurde ich dann auch prompt fündig.

Ich kannte James Montier nicht und habe nur durch Zufall von ihm erfahren, aber das, was er in diesem Essay schreibt, ist ein moderner Text zum Value-Investing, den Warren Buffett und Benjamin Graham nicht mehr liefern können.

Der Sündenkatalog

Die erste Sünde ist das “Forecasting”. Montier weist nach, dass es, egal wie genau und gut man ist (Profi oder Laie), unmöglich ist, die Zukunft vorauszusagen (also ein vernünftiger Mensch das je behaupten würde) und dass es daher sinnlos ist, die ganze Zeit und Energie, die dieses “Forecasting” verschlingt, überhaupt dafür aufzuwenden.

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Benjamin Graham

Über die vielen Lobeshymnen und Referenzen Warren Buffetts auf ihn, kam ich dazu, mich mit Benjamin Graham auseinander zu setzen. Und, ganz der Dozent, ist alles, was Graham, schlussfolgert, theoretisch fundiert und nachvollziehbar.

In “Security Analysis” von 1934 beispielsweise erläutert er anhand der Bilanzen der Unternehmen 20er und 30er Jahre die Herleitung des intrinsischen Wertes einer Aktie oder Anleihe.

Das geniale an Graham (und seinem Co-Autor Dodd) ist, dass er sich stets darüber im Klaren ist, dass er auch nach der gründlichsten vergangenheitsbezogenen Analyse niemals die Zukunft wird voraussagen können. (Eine Prämisse, die Graham mit James Montier, der sich in den 2000er Jahren vehement gegen das “sinnlose Forecasting” der Ökonomen und Analysten ausspricht, gemein hat.)

Graham sieht die zurückliegenden 7-10 Geschäftsjahre eines Unternehmens als einem adäquaten Betrachtungszeitraum, um einen Eindruck davon zu erhalten, wie zuverlässig zukünftige Gewinne/Aktie bzw. Zinskuponzahlungen auf Anleihen durch Hochs und Tiefs sein KÖNNTEN.

In seinem kurzen Handbuch “The Interpretation of Financial Statements” geht er zum Beispiel direkt auf einzelne Bilanzposten ein und gibt Hinweise darauf, wie seiner Meinung nach dieser oder jener Posten bei einem soliden Unternehmen aussehen sollte.

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Warren Buffett

Das erste Buch, dass mir bezüglich Value Investing in die Hände gefallen ist, ist ein Sammelsurium von ins Deutsche übersetzten Ausschnitten aus Warren Buffets Aktionärsbriefen: “Das Buch für Investoren” heißt es.

In seinen Aktionärsbriefen an die Aktionäre seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway, die, soweit ich weiß, allesamt noch auf deren Webseite verfügbar sind, wird viel von außerbilanziellem Goodwill, Steuerrecht (amerikanisch), Unternehmenswerten und Unternehmensanagern gesprochen, was für mich erst einmal schwere Kost war, aber mein Interesse war geweckt.

Da Buffett den Nimbus des “Orakels aus Omaha”, sprich der Legende des armen Jungen, der sich zum reichsten Mann der Welt investiert hatte, bereits mit sich trug, war ich sehr an seiner Biografie interessiert: also las ich “Das Leben ist ein Schneeball” von Alice Schroeder.

In diesem Buch wiederum wird deutlich, dass Buffett seine Initialzündung von einem Uni-Professor namens Benjamin Graham bekam, mit diesem er jahrelang zusammenarbeitete und den er heute noch dankbar verehrt. Darüber hinaus wird in der Biografie sein reserviertes Verhältnis zu seinem Vater, Howard Buffett, sowie Warrens Fleiß, Ehrgeiz und  Willen in den Teenagerjahren deutlich. Howard scheint seinem Sohn bereits in jungen Jahren viel über das Investieren beigebracht zu haben (Auch wenn beide besonders zum Investmentthema “Gold” unterschiedliche Auffassungen teilen).

Warren Buffetts Investmentphilosophie (früher)

Zu Beginn hat Buffett seine Investitonen ganz nach dem Gedanken von Grahams Sicherheitsmarge ausgerichtet. Er kaufte Unternehmen, die gute aufgestellt waren und gute Aussichten hatten, für einen Schnäppchenpreis: sagen wir 50 Cent bezahlen, für 100 Cent Unternehmenswert. Und, nicht weniger wichtig, er musste genau verstehen, was das Unternehmen machte, wie es sein Geld verdiente, welche Produkte es produzierte.

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