Wenn ich mich für das Investment in ein Unternehmen entscheide, dann sind immer mindestens zwei Voraussetzungen erfüllt. Zum Einen bin ich der Ansicht, dass ich zum aktuellen Markpreis/Aktienkurs viel mehr Unternehmenswert erhalte, als ich bezahle. Zum Anderen gehe ich natürlich davon aus, dass das Unternehmen und seine Produkte auch für die mittel- und langfristige Zukunft ähnlich viele Gewinne generieren werden, wie es in der Vergangenheit geschehen ist.

Nichtsdestotrotz bin ich mir meiner Fehlbarkeit bewusst und daher gibt es für mich drei grundsätzliche Szenarien, die nach einem Aktien-Engagement eintreten können:

  1. (Gold) Das Unternehmen macht weiter fröhlich Gewinne und der Aktienkurs passt sich Schritt für Schritt meiner “Meinung” an, sodass ich irgendwann locker im grünen Bereich über dem von mir ermittelten Wert pro Aktie liege. In diesem Bereich kann ich dann neu entscheiden, ob ich weiter Gewinne kassieren möchte oder lieber doch in die Überbewertung verkaufe.
  2. (Silber) Das Unternehmen macht ebenfalls weiter Gewinne, aber der Aktienkurs spiegelt das nicht wider, sonder dümpelt weiter so um die Nulllinie meines Einstiegspreises. In diesem Falle ist es zwar nicht schön, dass Mr. Market blind bleibt, aber solange die Gewinne sprudeln wird der Unternehmenswert ja trotzdem weiter gesteigert. Ich partizipiere also mittel- und langfristig bilanziell durch einbehaltene Gewinne und kurzfristig “in bar” durch das Kassieren der Dividende.
  3. (Holz oder Bronze) Die Gewinne sprudeln nicht. Es gibt sogar Verluste. Der Aktienkurs, in Erwartung weiterer, kurzfristiger Verluste, gibt sukzessive nach. Meine Ermittlung des inneren Wertes der Aktie stimmt immernoch (auch nach der 1000. Berechnung) und ich bin mir sicher, dass ich richtig gerechnet habe. Was also tun? Bin ich in eine Value Trap geraten? Soll ich lieber schnell (mit Verlust) verkaufen oder ausharren?
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