Irgendwann im Laufe des ersten Lebensjahres dieses Blogs habe ich mich dazu hinreißen lassen, meine persönliche, finanzielle Freiheit als übergreifendes Ziel dieser Webseite zu definieren; genau so, wie es gefühlt tausende andere Finanzblogs ebenfalls tun. Ich war der Meinung, das wäre ganz natürlich, denn warum sollte ich mein Börsen-Nerd-“Talent” nicht für solch ein scheinbar erstrebenswertes Ziel verwenden.

Hinzukommt, dass “finanzielle Freiheit” so schön definierbar ist: 70% meiner monatlichen Kosten sollen von passivem Einkommen gedeckt sein, sobald ich 60 Jahre alt bin. Ergo: monatliche Kosten gering halten und bis zur Erreichung des Zielalters Kohle scheffeln, scheffeln, scheffeln so viel es geht! Komme was wolle!

Aber warte mal: Was ist mit dem Glück? Mit der Lebensfreude? Spaß? Und all den anderen synonymen Emotionen? Bin ich bis dahin eine rücksichtslose Maschine, die blind einer Zahl auf irgendeinem virtuellen Statusanzeiger hinterherrennt? Einem virtuellen Statusanzeiger, der von anderen und größeren sowieso beliebig manipulierbar ist? Ist das wirklich erstrebenswert? Und viel wichtiger: bin ich glücklich, sobald ich das Ziel erreicht habe? Was war in der Zwischenzeit? Was ist aus mir geworden? Was bleibt von mir als Mensch?

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