Value & Price

Kategorie: Glosse (Seite 1 von 11)

Eine Übersicht aller Artikel, in denen ich typische Investment-Begriffe und -themen anschaulich kommentiere (ID10).

Glosse zum Glück

Irgendwann im Laufe des ersten Lebensjahres dieses Blogs habe ich mich dazu hinreißen lassen, meine persönliche, finanzielle Freiheit als übergreifendes Ziel dieser Webseite zu definieren; genau so, wie es gefühlt tausende andere Finanzblogs ebenfalls tun. Ich war der Meinung, das wäre ganz natürlich, denn warum sollte ich mein Börsen-Nerd-“Talent” nicht für solch ein scheinbar erstrebenswertes Ziel verwenden.

Hinzukommt, dass “finanzielle Freiheit” so schön definierbar ist: 70% meiner monatlichen Kosten sollen von passivem Einkommen gedeckt sein, sobald ich 60 Jahre alt bin. Ergo: monatliche Kosten gering halten und bis zur Erreichung des Zielalters Kohle scheffeln, scheffeln, scheffeln so viel es geht! Komme was wolle!

Aber warte mal: Was ist mit dem Glück? Mit der Lebensfreude? Spaß? Und all den anderen synonymen Emotionen? Bin ich bis dahin eine rücksichtslose Maschine, die blind einer Zahl auf irgendeinem virtuellen Statusanzeiger hinterherrennt? Einem virtuellen Statusanzeiger, der von anderen und größeren sowieso beliebig manipulierbar ist? Ist das wirklich erstrebenswert? Und viel wichtiger: bin ich glücklich, sobald ich das Ziel erreicht habe? Was war in der Zwischenzeit? Was ist aus mir geworden? Was bleibt von mir als Mensch?

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Börsencharaktere

Der Roman “Geld” von Emile Zola beginnt mit einer vormittäglichen Szene im Restaurant Champeux neben dem Börsenplatz von Paris der 1860er Jahre. Jeden Werktag von 13-15 Uhr findet nämlich im Börsengebäude nebenan das heute fast altertümlich wirkende Börsengeschehen statt, in dem Horden von Maklern mit Zetteln bewaffnet brüllend das Auf- und Abebben von Angebot und Nachfrage bestimmen. Für Zola sind alle, die sich an diesen Tumulten beteiligen – also Investoren (mit oder ohne Geld), Makler, Bankiers, Finanziers, Rentiers etc. – einfach und pauschal Spekulanten, die sich von diesem regelmäßigen, fast schon magischen Nervenkitzel ein plötzliches, schnelles Vermögen erhoffen. Zolas Darstellung dieser verschiedenen Börsencharaktere schien mir so interessant, dass ich im heutigen Beitrag gern ein paar davon erwähnen möchte, weil ich der Ansicht bin, dass sich, bis auf die Namen der verschiedenen “Investmentvehikel” im Kern eigentlich wenig geändert hat.

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Der Fall “Gold”

Zugegeben: eigentlich hatte ich nie ganz verstanden, woher so ein Micro-Blogging-Dienst wie der Weltmarktführer mit dem Vogel seine Anziehungskraft nimmt. Doch seit kurzem, seitdem ich ihn für mich entdeckt habe und jeden Nachrichten-Artikel, den ich so en passant konsumiere, direkt mit einem kleinen Kommentar versehe und damit dokumentiere, tweete ich tatsächlich selbst gerne, was der Leser auch in meiner neugestalteten Blog-Seitenleiste unschwer nachvollziehen kann.

Nun ist eines der beherrschenden Themen der letzten Tage ja das neue Dollar-Allzeithoch beim Spot-Preis des Goldes, ein Thema, zu dem ich wirklich vergleichsweise viele Mini-Kommentare (Tweets) abgelassen habe. Allerdings möchte ich im heutigen Blog-Beitrag einmal mein Gesamtbild zum Fall “Gold” nachzeichnen. Aus meiner Sicht sind hier fundamentale Kräfte am Werk, bei denen man mit dem klassischen Value-Investing in Aktien einfach beinhart das Thema verfehlt.

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