Value & Price

Kategorie: Glosse (Seite 1 von 12)

Eine Übersicht aller Artikel, in denen ich typische Investment-Begriffe und -themen anschaulich kommentiere (ID10).

Glosse zur Rational AG

In gesellschaftlich dunklen Zeiten, die wenig inspirierend sind und mich somit eigentlich vom Bloggen abhalten, weil jede Aktienkursbewegung eines Unternehmens eigentlich irgendwie Corona-bezogen ist, freue ich mich besonders, wenn mich mal wieder ein Thema so “flasht”, dass ich darüber schreiben muss. Heute also eine schnippische Glosse zur gesunden, deutschen Rational AG und ihrer kapitalistischen Affäre mit dem globalen Zuhälter BlackRock.

In diesem Zusammenhang frage ich mich übrigens, in welchem objektiv messbaren Moment ein sogenanntes “Wachstumsunternehmen” aufhört ein “Wachstumsunternehmen” zu sein und den Status eines “normalen” Value-Unternehmen annimmt. In meinem ersten Beitrag zur Rational AG kam ich, unter der Annahme der Gewinn je Aktie der AG in den Jahren 2019 bis 2028 würde jährlich um 1,30 Euro steigen, zu einem fairen “Wachstumswert” dieser Value-AG von 250 Euro je Aktie. Dass das EPS in Zeiten in und um Corona, in denen Großküchen, Hotel bzw. Großveranstaltungen ja nicht mehr “en vogue” zu sein scheinen, sehr großzügig gerechnet ist, ist hoffentlich nachvollziehbar.

Weiterlesen

Glosse zum Glück

Irgendwann im Laufe des ersten Lebensjahres dieses Blogs habe ich mich dazu hinreißen lassen, meine persönliche, finanzielle Freiheit als übergreifendes Ziel dieser Webseite zu definieren; genau so, wie es gefühlt tausende andere Finanzblogs ebenfalls tun. Ich war der Meinung, das wäre ganz natürlich, denn warum sollte ich mein Börsen-Nerd-“Talent” nicht für solch ein scheinbar erstrebenswertes Ziel verwenden.

Hinzukommt, dass “finanzielle Freiheit” so schön definierbar ist: 70% meiner monatlichen Kosten sollen von passivem Einkommen gedeckt sein, sobald ich 60 Jahre alt bin. Ergo: monatliche Kosten gering halten und bis zur Erreichung des Zielalters Kohle scheffeln, scheffeln, scheffeln so viel es geht! Komme was wolle!

Aber warte mal: Was ist mit dem Glück? Mit der Lebensfreude? Spaß? Und all den anderen synonymen Emotionen? Bin ich bis dahin eine rücksichtslose Maschine, die blind einer Zahl auf irgendeinem virtuellen Statusanzeiger hinterherrennt? Einem virtuellen Statusanzeiger, der von anderen und größeren sowieso beliebig manipulierbar ist? Ist das wirklich erstrebenswert? Und viel wichtiger: bin ich glücklich, sobald ich das Ziel erreicht habe? Was war in der Zwischenzeit? Was ist aus mir geworden? Was bleibt von mir als Mensch?

Weiterlesen

Börsencharaktere

Der Roman “Geld” von Emile Zola beginnt mit einer vormittäglichen Szene im Restaurant Champeux neben dem Börsenplatz von Paris der 1860er Jahre. Jeden Werktag von 13-15 Uhr findet nämlich im Börsengebäude nebenan das heute fast altertümlich wirkende Börsengeschehen statt, in dem Horden von Maklern mit Zetteln bewaffnet brüllend das Auf- und Abebben von Angebot und Nachfrage bestimmen. Für Zola sind alle, die sich an diesen Tumulten beteiligen – also Investoren (mit oder ohne Geld), Makler, Bankiers, Finanziers, Rentiers etc. – einfach und pauschal Spekulanten, die sich von diesem regelmäßigen, fast schon magischen Nervenkitzel ein plötzliches, schnelles Vermögen erhoffen. Zolas Darstellung dieser verschiedenen Börsencharaktere schien mir so interessant, dass ich im heutigen Beitrag gern ein paar davon erwähnen möchte, weil ich der Ansicht bin, dass sich, bis auf die Namen der verschiedenen “Investmentvehikel” im Kern eigentlich wenig geändert hat.

Weiterlesen
« Ältere Beiträge