Value & Price

Jahr: 2020 (Seite 1 von 12)

Glosse zum Glück

Irgendwann im Laufe des ersten Lebensjahres dieses Blogs habe ich mich dazu hinreißen lassen, meine persönliche, finanzielle Freiheit als übergreifendes Ziel dieser Webseite zu definieren; genau so, wie es gefühlt tausende andere Finanzblogs ebenfalls tun. Ich war der Meinung, das wäre ganz natürlich, denn warum sollte ich mein Börsen-Nerd-“Talent” nicht für solch ein scheinbar erstrebenswertes Ziel verwenden.

Hinzukommt, dass “finanzielle Freiheit” so schön definierbar ist: 70% meiner monatlichen Kosten sollen von passivem Einkommen gedeckt sein, sobald ich 60 Jahre alt bin. Ergo: monatliche Kosten gering halten und bis zur Erreichung des Zielalters Kohle scheffeln, scheffeln, scheffeln so viel es geht! Komme was wolle!

Aber warte mal: Was ist mit dem Glück? Mit der Lebensfreude? Spaß? Und all den anderen synonymen Emotionen? Bin ich bis dahin eine rücksichtslose Maschine, die blind einer Zahl auf irgendeinem virtuellen Statusanzeiger hinterherrennt? Einem virtuellen Statusanzeiger, der von anderen und größeren sowieso beliebig manipulierbar ist? Ist das wirklich erstrebenswert? Und viel wichtiger: bin ich glücklich, sobald ich das Ziel erreicht habe? Was war in der Zwischenzeit? Was ist aus mir geworden? Was bleibt von mir als Mensch?

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RealTime Update – Strabag SE

Nach meinem ersten Beitrag zur Strabag SE habe ich direkt ein paar Aktien dieses BauTech-Unternehmens gekauft, weil ich ja zu der Überzeugung gelangt war, dass diese Wertpapiere momentan unterbewertet sind. Am letzten Tage des Augustes 2020 dann veröffentlichte die SE ihre Halbjahreszahlen und wies einen Gewinn je Aktie von -0,01 Euro aus, was mich direkt stutzig machte, weil mir die Saisonalität des Geschäftes sowie seine Halbjahreshistorie nicht geläufig war.

Also habe ich bis ins Jahr 2007, also bis vor die Finanzkrise 2008/09 zurückgeschaut und mir ein paar Charts gebastelt, um die jährlichen Geschäftsverläufe der Strabag SE besser zu verstehen. Diesen Datenfundus möchte ich heute zum Besten geben.

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Börsencharaktere

Der Roman “Geld” von Emile Zola beginnt mit einer vormittäglichen Szene im Restaurant Champeux neben dem Börsenplatz von Paris der 1860er Jahre. Jeden Werktag von 13-15 Uhr findet nämlich im Börsengebäude nebenan das heute fast altertümlich wirkende Börsengeschehen statt, in dem Horden von Maklern mit Zetteln bewaffnet brüllend das Auf- und Abebben von Angebot und Nachfrage bestimmen. Für Zola sind alle, die sich an diesen Tumulten beteiligen – also Investoren (mit oder ohne Geld), Makler, Bankiers, Finanziers, Rentiers etc. – einfach und pauschal Spekulanten, die sich von diesem regelmäßigen, fast schon magischen Nervenkitzel ein plötzliches, schnelles Vermögen erhoffen. Zolas Darstellung dieser verschiedenen Börsencharaktere schien mir so interessant, dass ich im heutigen Beitrag gern ein paar davon erwähnen möchte, weil ich der Ansicht bin, dass sich, bis auf die Namen der verschiedenen “Investmentvehikel” im Kern eigentlich wenig geändert hat.

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